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Archive for June, 2008

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Seit Henning Sußebach im mittlerweile legendären Bionade Bierdermeier ZEIT Artikel vom November 2007 über die Prenzlauer Berger (Porno-Schwaben, Spießer, fiese Menschen-die-kein-gespritztes-Obst-vom netten-Türken-kaufen-wollen, etc.) hergefallen ist, hat sich der Eindruck etabliert, dass der Prenzlauer Berg Berlins Problembezirk Nr.1 ist: Mütter, die sich um das Wohl ihrer Kinder kümmern und ihnen Biobrei einflößen – furchtbar! Familien, die aus irgendwelchen finsteren Gründen genug Geld haben, um sich Eigentumswohnungen zu kaufen – ekelhaft. Menschen, die Wert auf ihre Ernährung legen – bäh! Und die von Natur aus selbstkritischen Prenzlauer Berger stimmen fröhlich und masochistisch mit ein – ja es ist schon schlimm: das wirkliche, echte, kernige und viel ehrlichere Leben tobt an uns vorbei. Mit Neid schielt man nach Neukölln, wo sich zum Beispiel der Schockwellenreiter mit den wirklich ehrlichen Dingen auseinandersetzen darf. Was, wenn das Hauptproblem des Prenzlauer Bergs die Dichte der hier lebenden Medienmenschen ist, die sich gerne mit sich selbst beschäftigen und versuchen, die Ergebnisse der Selbstexpertise griffig zu formulieren. Schau mer mal, womit sich Henning Sußebach journalistisch sonst noch auseinandersetzt: In “Das Tollste und seine Tücken” damit , wie er sich als Papa so fühlt, und in “Bringt Puschen mit” schreibt er über die Grundschule seiner Tochter. Was, wenn Herr Sußebach einfach Blech geredet hat und wir alle selbstverliebt genug sind, um mit Verve darauf einzusteigen und im Ernst zu glauben, dass wir im Prenzlauer Berg wirklich wichtige Probleme haben. Das Problem im Prenzlauer Berg ist, dass wir hier alle ein bisschen Sußebach sind. Es gibt sogar Menschen, die ein ganzes Blog auf diesem Problem aufbauen -:) (siehe About und posts: Die Schwaben, Do we need new class hatred? Identity Problems und We want more farmers) Die Lösung für den Problembezirk Prenzlauer Berg heißt: einfach mal über den Tellerrand schauen.

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What are we talking about when we use the word “hell”? In connection with the Amstetten case the word “hell” went through a time of revival:

“caught in hell” goes spiegelonline on May 16: “Gefangen in der Hölle – Das Martyrium verschleppter Kinder

Bernhard Schulz in his Tagesspiegel article “Das tote Haus – Über den Schrecken des Heimwerkens” of May 2 relates Amstetten to “Totes Haus ur” (see English text here and photos here and compare them with the original Amstetten crime scene photos here) of German artist Gregor Schneider and Samuel Beckett’s “Endgame” and goes ” the hell of Amstetten is – also – the world of objects, of lifeless things…”

Spiegel online international on May 5: “Constructing Hell – How Josef Fritzl crated his Regime of Terror

Blog dissfunktional.wordpress.com reports very detailed about the Amstetten case, titeling: “From Hell to Heaven, The Elisabeth Fritzl Story

Italian La Repubblica on May 5 in it’s article “La storia di Josef il diavolo di Amstetten” writes about “the life of the man who… transformed his house into hell.”

El infierno de Amstetten” titels Spanish El Periódico de Aragón on May 5.

Here you find an article (in German) asking “Die Hölle angebohrt?” about a team of scientists who finally located hell underneath Siberia and here an article about the “Well of Hell” topic in English which tells us what really happend… and finally the original voices from hell to close the case: http://www.youtube.com/watch?v=eZAe9JdDLbQ

Here you find the Wikipedia definition of hell in English and here the German one.

Rasa von Werder explains hell: http://www.youtube.com/watch?v=ybPqfiVzB1k

This is Dante’s Inferno explored by paper puppets: http://www.youtube.com/watch?v=Fr4wmvRmQ2

Hell according to Dario Argento (Inferno, 1980): http://www.youtube.com/watch?v=p_wOOMdW5o0&feature=related

A list of England’s most popular entrances to hell can be seen here.

And this is hell by an anonymous painter on the right wall of Santuario di Rezzo (middle of the XV century)

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Nachtrag zur post Cordoba 1978 – Wien 2008:

Einen Moment nur zögert Jörg Haider. Es ist brütend heiß unter der schwarz-rot-goldenen Zeltplane im deutschen Fan Camp, und die halbnackte Meute vor dem Kärntner Landeshauptmann brüllt wie von Sinnen: “Wer nicht hüpft, der ist kein Deutscher, hey, hey.” … Es herrscht Ballermann-Stimmung am Hafner-See bei Klagenfurt. “Wer nicht hüpft, der ist kein Deutscher, hey, hey”, schallt es weiter von den Bierbänken her. Jörg Haider zögert nun nicht mehr. Er knipst sein Lausbub-Lächeln an und hüpft.

SPIEGEL Nr.25 / 16.6.2008 S.120 “Der schlaue kleine Bruder” von Walter Mayr

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Von umflorten Berges Kimme

Dröhnt hernieder wie Gericht

Eines Rufers dunkle Stimme

Hört sie oder hört sie nicht.

Krypte Kaiserlicher Gnaden,

Dir entsteigen, Schicht auf Schicht,

Heiligen Reichs verweste Schwaden.

Ahnt sie oder ahnt sie nicht.

Über die vertraute Heide

Fährt ein gelb und fahles Licht.

Tages Anbruch? Tages Scheide?

Seht es oder seht es nicht.

Auf dem lang entseelten Meere

Eine schwarze Barke sticht

In das Starre, glanzlos Leere,

Eine Barke, lang in Sicht.

Heisst sie Ausfahrt? Heisst sie Kehre?

Fragt die Barke, fragt sie nicht.

Dumpfen Aufschalgs aus dem Äther

Fallen Vögel bunt und dicht

Auf die Grabstatt eurer Väter.

Rührt sie oder rührt sie nicht.

All den brachen Lärm der Gasse

Überschrillt ein irrer Wicht:

Lieb ist Gift! Wer Mensch ist, hasse!

Scheucht ihn oder scheucht ihn nicht.

Weiter! Weiter! Bis vor Grauen

Steinern Herz im Leib zerbricht

Unter bösen Feindes Klauen.

Spürt ihn oder spürt ihn nicht –

Karl Wolfskehl

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Die Geschichte der Städte des Abendlands ist durchzogen von gewalttätigen Episoden, Schrecknissen oder Aufständen, bei denen es um Familienehre, Beteiligung an den Magistraten oder um Arbeitsbedingungen ging. In diesen Kämpfen geraten vor allem Magnaten und niederes Volk aneinander, stehen sich in Italien von Klans beherrschte Parteien gegenüber. In den großen Städten Flanderns arten sie in wahre Klassenkriege aus, geprägt von Massakern, Vertreibung und Zerstörung… Mit der Niederlage der kleinen Leute enden die Spannungen nicht, die sich hie und da in kurzen Schreckenstaten entladen, aber fast dauernd in hatnäckigen “atomisierten” Kämpfen zum Ausdruck kommen, die sich in den Gerichtsakten kaum von normaler Delinquenz unterscheiden lassen… Bleiben also vielen Städtern, auch wenn sie Zeiten anhaltender und schwerer Spannungen durchmachen, die Schrecken des Aufstands und seiner Unterdückung erspart, so müssen sie fast täglich mit einer Atmösphäre der Gewalttätigkeit umgehen.

(Jacques Rossiaud “Der Städter” in “Der Mensch des Mittelalters”, Jacques Le Goff (Hrsg.) Magnus Verlag, Essen, 2004)

Fotos taken on crimes scenes Kastanienallee and Schönhauser Allee Arcaden


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