Feeds:
Posts
Comments

Posts Tagged ‘Karl Wolfskehl’

Von umflorten Berges Kimme

Dröhnt hernieder wie Gericht

Eines Rufers dunkle Stimme

Hört sie oder hört sie nicht.

Krypte Kaiserlicher Gnaden,

Dir entsteigen, Schicht auf Schicht,

Heiligen Reichs verweste Schwaden.

Ahnt sie oder ahnt sie nicht.

Über die vertraute Heide

Fährt ein gelb und fahles Licht.

Tages Anbruch? Tages Scheide?

Seht es oder seht es nicht.

Auf dem lang entseelten Meere

Eine schwarze Barke sticht

In das Starre, glanzlos Leere,

Eine Barke, lang in Sicht.

Heisst sie Ausfahrt? Heisst sie Kehre?

Fragt die Barke, fragt sie nicht.

Dumpfen Aufschalgs aus dem Äther

Fallen Vögel bunt und dicht

Auf die Grabstatt eurer Väter.

Rührt sie oder rührt sie nicht.

All den brachen Lärm der Gasse

Überschrillt ein irrer Wicht:

Lieb ist Gift! Wer Mensch ist, hasse!

Scheucht ihn oder scheucht ihn nicht.

Weiter! Weiter! Bis vor Grauen

Steinern Herz im Leib zerbricht

Unter bösen Feindes Klauen.

Spürt ihn oder spürt ihn nicht –

Karl Wolfskehl

Advertisements

Read Full Post »